Verhältnis zu anderen bildgebenden Verfahren

Am sinnvollsten wäre es, die Thermografie direkt an den Anfang der diagnostischen Maßnahmen zu setzen. Zwar kann eine Thermografie in einer Vielzahl von Fällen eine nachfolgende Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung nicht ersetzen. Denn durch die Thermografie kann zwar der Ort des entzündlichen Geschehens genau bestimmt werden, nicht aber, welcher Schaden tatsächlich an dem fraglichen Körpergewebe (Weichteile oder Skelett) entstanden ist. Hierzu ist im Zweifel eine Ultraschalluntersuchung und/oder Röntgenuntersuchung erforderlich.

 

Wird zuerst eine Thermografie durchgeführt, kann aber überwiegend sichergestellt werden, dass zum einen keine unnötigen Untersuchungen an Körperstellen stattfinden, an denen überhaupt kein Problem besteht, und andererseits, dass eben auch kein (weiteres) Problem übersehen wird, das andernfalls einen nachhaltigen Behandlungserfolg verhindern würde.

 

Vor allem aber ist die Thermografie „schneller“ als Röntgen oder Ultraschall. Mit schneller ist in diesem Fall nicht gemeint, dass die Untersuchung selbst schneller geht, sondern dass mittels der Thermografie schon Schwachstellen und Probleme feststellbar sind, bevor sie in einen echten Schaden (z.B. Gelenkveränderung, Löcher oder Risse in Sehnen und Bändern) umschlagen. Im Röntgenbild oder Ultraschall ist immer erst die tatsächliche Veränderung des Körpergewebes zu sehen. Mit der Thermografie sind aber bereits die auffälligen Stoffwechselprozesse punktgenau aufzuspüren, die dem Entstehen eines Gewebeschadens an genau dieser Stelle vorausgehen und diesen sozusagen ankündigen. Diese sind meist schon mehrere Wochen vor Eintritt des tatsächlichen Gewebeschadens feststellbar.

 

Eine weitere Möglichkeit zur Untersuchung des gesamten Pferdes zum Auffinden von Problembereichen wäre eine Szintigraphie, die aber ein Vielfaches an Kosten mit sich bringt, außerdem die Verabreichung von radioaktiven Substanzen und einen mehrtägigen stationären Klinikaufenthalt erfordert. Hinzu kommt, dass bei einer Szintigraphie primär Entzündungsherde am Skelett, also im knöchernen Bereich, abgebildet werden können. Die Thermografie kann dem gegenüber auch Probleme im Weichteilbereich, also an der Muskulatur, aber auch an Sehnen und Bändern, abbilden.

 

Bei der Thermografie können in einem einzigen Untersuchungsgang tatsächlich die meisten Erkrankungsursachen lokalisiert werden. Denn nahezu jede Erkrankung oder Fehlfunktion des Bewegungsapparates geht mit einer Veränderung des Stoffwechsels einher und verursacht daher ein auffälliges, an der Körperoberfläche messbares Wärmemuster, das mit der Thermografie bildlich dargestellt werden kann.

 

Der Vorteil der Thermografie liegt besonders darin, dass von vornherein – und mit vergleichsweise geringem Aufwand - das ganze Pferd untersucht wird, um auf diese Weise eben nichts zu übersehen. Und das ist auch der Grund, aus dem kein seriöser Pferdethermograf jemals nur einer Teiluntersuchung (also zum Beispiel nur Untersuchung eines bestimmten Beins) zustimmen würde.

 

Etwas Anderes gilt natürlich für nachträgliche Kontrolluntersuchungen. Wurde bereits einige Wochen vorher eine komplette Thermografie des Pferdes durchgeführt und kann daher mit einiger Sicherheit angenommen werden, dass man tatsächlich weiß, wo im Pferdekörper sich das Problem befindet, bestehen selbstverständlich keine Bedenken, ggfs. nach erfolgter Behandlung nach einigen Wochen eine thermografische Kontrolluntersuchung durchzuführen, die sich dann auf das bekannte Problemareal beschränken kann. Eine solche Untersuchung ist zur Kontrolle des Behandlungserfolgs und/oder vor allem auch zu dessen Absicherung in der Phase des Wiederantrainierens auf jeden Fall sinnvoll!

 

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© Pferdethermo-Nord Beate Schneider

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