Erforderliche Rahmenbedingungen für die Untersuchung:

Bei einer thermografischen Untersuchung wird die Infrarotstrahlung gemessen, die das Pferd abstrahlt. Es müssen daher bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit die Untersuchungsergebnisse nicht verfälscht werden, zum Beispiel durch die Untersuchungsumgebung oder durch den Zustand des Pferdes selbst.

Untersuchungsort:

  • Die Untersuchung sollte nach Möglichkeit in einem geschlossenem Raum stattfinden. In Betracht kommt zum Beispiel die Stallgasse, ggfs. aber auch eine Reithalle. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass am Ort der Untersuchung keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht, auch keine Zugluft, kein (Niesel-)Regen, kein Nebel. Der Boden muss trocken sein. Wenn in einer Reithalle thermografiert wird, sollten die Hufaufnahmen vorher auf festem Boden gemacht werden.

 

  • Es sollten keine Wandfliesen vorhanden sein, da diese Strahlung reflektieren. Große Deckenlampen (außer Kaltlicht) können das Ergebnis verfälschen, ebenso zum Beispiel aufgeheizte Eternit-Dachplatten.

 

  • Der Untersuchungsort sollte am besten ruhig/reizarm sein, damit das Pferd so wenig wie möglich abgelenkt wird und nicht übermäßig „rumhampelt“ - immerhin müssen ca. 50 Aufnahmen gemacht werden, die natürlich möglichst scharf und nicht "verwackelt" sein sollen.

Voraussetzungen beim Pferd:

  • Das Pferd muss trocken und frei von jeglichen Schmutz- oder Schweißkrusten sein. Das letzte Putzen sollte spätestens 1 Stunde vor der Thermografie trocken und ohne Pflegemittel (kein Schweif-/Mähnenspray, auch kein Fliegenspray) abgeschlossen worden sein. Die Hufe sollen gut gesäubert sein, aber nicht eingefettet.

 

  • Das Pferd soll mindestens 3-4 Stunden vor der Untersuchung keiner körperlichen Belastung ausgesetzt sein. Also kein Reiten (auch kein Ausreiten), kein Longieren oder sonstige Bodenarbeit, auch kein Laufbandtraining oder Bewegung in der Führmaschine, natürlich auch kein Rumrennen und Toben auf der Weide!

 

  • Mindestens zwei Stunden vor Beginn der Thermografie sollte das Pferd keiner direkten Sonneneinstrahlung und auch keinem Wind ausgesetzt sein. Gleiches gilt für Regen (Nieselregen, Nebel), zumal das Pferd dann je nach Jahreszeit zu Beginn der Untersuchung immer noch nass oder feucht wäre, was unter keinen Umständen sein darf! Ein Weidepferd sollte somit unbedingt rechtzeitig in den Stall geholt werden – zumal es sich dann auch nicht einfallen lassen kann, vor der Untersuchung auf der Weide noch Sport zu treiben ;-)

 

  • Decken, Bandagen oder sonstige Auflagen sollten idealer Weise mindestens 2 Stunden vor der Untersuchung entfernt worden sein. Bei komplett geschorenen Pferden und winterlichen Temperaturen kann die Decke ggfs. bis kurz vor der Untersuchung auf dem Pferd bleiben. Bandagen, Gamaschen o.ä. aber unbedingt rechtzeitig vorher entfernen!

 

  • 24 Stunden vor der Thermografie nicht mit kühlenden oder wärmenden Mitteln, Salben etc. behandeln

 

  • Vor der Untersuchung soll auch kein Transport des Pferdes im Anhänger oder Transporter erfolgen. Denn das Pferd ist während eines Transportes ständig damit beschäftigt, sich auszubalancieren, also sämtliche durch die Fahrt entstehenden Bewegungen zu kompensieren. Dabei steht es nicht einfach nur rum, sondern betreibt sozusagen Sport auf der Stelle. Der Organismus wird belastet, häufig sogar überwiegend nur einseitig (je nachdem, ob das Pferd z.B. rechts oder links im Hänger steht), was wiederum die Ergebnisse einer thermografischen Untersuchung verfälschen kann.

 

  • Es soll keine Sedierung vorgenommen werden. Eine solche ist nicht nur nicht nötig, sie verändert auch die periphere Zirkulation und würde somit die Untersuchungsergebnisse verfälschen.
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© Pferdethermo-Nord Beate Schneider

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