Therapie- und Rehabilitationskontrolle

Für eine vollständige Wiederherstellung des Pferdes nach einer Verletzung ist besonders wichtig, zu erkennen, ab wann – und vor allem in welchem Ausmaß – das Pferd wieder bewegt und gearbeitet werden kann. Dies ist zum Beispiel im Fall von Sehnen- oder Fesselträgerverletzungen ein wichtiges Thema.

 

Häufig ist die Lahmheit bereits verschwunden, aber die entsprechenden Strukturen sind trotzdem noch nicht wieder (voll) belastbar, die Verletzung also tatsächlich noch nicht vollständig ausgeheilt. Da das Pferd keine Lahmheit mehr zeigt, geht man gern davon aus, dass nun auch wieder alles in Ordnung ist. Häufig wird dann zu schnell wieder mit dem Training angefangen oder jedenfalls zu schnell wieder zu intensiv trainiert.

 

Und so ist es leider gar nicht so selten, dass z.B. an der vorgeschädigten Sehne ein paar Wochen nach Wiederaufnahme des Trainings ein neuer Defekt auftritt, wenn auch häufig dieses Mal an einer anderen Stelle. Der Bereich, an der vorher der Defekt zu finden war, ist meist gegen einen neuen Defekt an gleicher Stelle gefeit, da das Narbengewebe, das der Pferdekörper zur Reparatur des Defektes produziert hat, in der Regel fester/zäher ist, als das ursprüngliche Gewebe. Die betroffene Struktur, also z.B. die Sehne, büßt durch das Narbengewebe jedoch an Elastizität ein, so dass sie insgesamt mehr „auf Zug“ kommt, also unter Spannung steht, was bei einer Überlastung einen neuen Schaden natürlich begünstigt.

 

Andererseits sind angemessene Trainingsreize aber für den vollständigen Heilungs- und Genesungsprozess des Gewebes genauso sehr erforderlich wie die Vermeidung einer Überlastung, so dass es auch keine Lösung ist, das Pferd vorsichtshalber nun nur noch „in Watte zu packen“, also vorsichtshalber eher zu unterfordern.

 

Die Thermografie kann eine wertvolle Hilfe dabei sein, den richtigen Zeitpunkt für das Wieder-Antrainieren zu finden – bzw. durch Kontrollen während des Reha-Trainings zu gewährleisten, dass die richtige Trainingsintensität gewählt wird und keine Überlastung eintritt, die ggfs. einen Rückfall oder neuen Schaden und dann wiederum langen Trainingsausfall verursachen könnte.

 

Hierzu werden während des Heilungsprozesses bzw. auch später während der Phase des Wiederantrainierens in regelmäßigen Abständen von dem betroffenen Bereich thermografische Aufnahmen gemacht. Auch wenn das Pferd schon keine Symptome mehr zeigt: Solange der Körper noch damit beschäftigt ist, den entstandenen Effekt im Gewebe zu reparieren, also die Heilung noch nicht abgeschlossen ist, wird das Pferd an der fraglichen Stelle auch ein auffälliges Temperaturmuster zeigen, da das „Reparaturprogramm“ des Körpers notwendigerweise eine erhöhte Stoffwechselaktivität und Durchblutung mit sich bringt. Diese wird dann in Form der bereits erwähnten Wärmemuster durch die thermografische Untersuchung sichtbar.

 

Ist kein auffälliges Muster und somit auch kein erhöhter Stoffwechselprozess zu erkennen, kann die Verletzung als ausgeheilt betrachtet werden. Da das ehemals verletzte Gewebe aufgrund unter Umständen veränderter Elastizität aber auch im vollständig ausgeheilten Zustand häufig anfälliger für Folgeverletzungen bleiben wird, sind auch nach Abschluss der Reha-Phase und Wiedereintritt in das normale Training Kontrolluntersuchungen im Abstand von einigen Monaten durchaus sinnvoll.

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© Pferdethermo-Nord Beate Schneider

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